Forschung
Nicht nur an Universitäten wird geforscht, auch die Industrie lässt es sich etwas kosten, interessanten Themen auf den Grund zu gehen. Die Forschungsziele können dabei unvorstellbar vielseitig sein und reichen von naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung bis hin zu ingenieurwissenschaftlichen Anwendungen. Die Forschungsmethoden umfassen u. a. chemische Analysen, physikalische Messungen, mikrobiologische Studien, technologische Verfahren oder auch mathematische Lösungsansätze. Die jeweiligen Forschungsergebnisse können beispielsweise dem Schutz des Verbrauchers dienen, die Wirtschaftlichkeit eines Prozesses verbessern, natürlich vorkommende chemische Verbindungen isolieren und nutzbar machen oder den Grundstein für eine neue Verarbeitungstechnologie bilden. Um in der Forschung zu arbeiten, muss man zwar kein Detektiv sein, jedoch eine Prise Neugierde und einen Schuss Ausdauer sollte man mitbringen. Doch dann bleibt es spannend, da man sich bei jedem Forschungsthema auf Neuland begibt.
Mögliche Forschungsfragen: Wie wirken Pro- und Präbiotika auf die Darmflora? Wie bleibt der Schaum im Mohrenkopf am längsten stabil? Wie kann man Orangensaft mittels Hochdruck haltbar machen?
Wichtig: Analytisches und systematisches Arbeiten, Möglichkeit zur
Promotion
|
Forschung zum Anfassen |
|
Synärese |
| (Länge 0:25) |
| Joghurt und Frischkäse sind Mikrogelsuspensionen, bei denen Gelpartikel (1-100 µm) im Serum suspendiert vorliegen. Üblicherweise können diese Produkte einwandfrei hergestellt werden. Treten allerdings von dem Konsumenten unerwünschte Strukturfehler auf, so sind dieses häufig übermäßiges Partikelwachstum, was zu Grießigkeit führt, und eine unzureichende Wasserbindung der Mikrogelpartikel, was zu Synärese (Wasserabscheidung) führt. Der Film verdeutlicht im Zeitraffer den Zusammenhang von Partikelwachstum und Synärese beim Temperieren (38 °C für 500 min) einer Mikrogelsuspension von Partikeln mit einer Anfangsgröße von etwa 10 µm. Mit zunehmender Haltezeit diffundieren die zu Beginn einzeln vorliegenden Partikel aufeinander zu, lagern sich zusammen und wachsen an. Gleichzeitig wird das Wasserbindevermögen herabgesetzt und Serum scheidet sich ab. Am Ende liegt ein Partikel mit einer Größe von etwa 100 µm vor. Der Film veranschaulicht das Prinzip der Umlagerung (Rearrangement), das von Mellema et al. (2002) beschrieben wurde (Ansprechpartner zum Film: Christian Hahn). Der Film entstand im Rahmen des FEI-Projektes „Frischkäsetextur“. Das Forschungsvorhaben (AiF 15584 N) wurde im „Programm zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsförderung (IGF)“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (via AiF) über den Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) gefördert. (Universität Hohenheim, Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie) |
|
Rapsöl |
| (Länge 1:28) |
| Mehr Öl aus Raps. Ein Blick hinter die Kulissen der aktuellen Forschung an der TU Hamburg Harburg, wo Prof. Rudolf Eggers an neuen Verfahren der Ölgewinnung bei Raps arbeitet. (www.tu-harburg.de/vt2/index.html) |
|
Kaffeeröstung |
| (Länge 0:32, ohne Ton) |
Kaffeeröstung im kleinstmöglichen Maßstab: eine einzelne
Bohne
An der Kaffeeröstung wird in der ETH Zürich geforscht. Grüner
Kaffee wird durch das Rösten in heißer Luft in geschmackvollen
Röstkaffee umgewandelt. Der Film zeigt wie sich eine Einzelbohne in
Farbe, Volumen und Stoffverteilung (Ölaustritt) beim Rösten verändert.
Der Einfluss von Rohstoff (z.B. Kaffeesorte und -herkunft) und Röstprozess
(z.B. Rösttemperatur) auf Struktur und Aroma des Kaffees werden mit
einer Vielzahl von chemischen, physikalischen und sensorischen Methoden
untersucht. So kann das Rösten optimiert werden, damit Kaffeetrinken
jederzeit ein Genuss ist. (ETH Zürich, Institut für Lebensmittel-
und Ernährungswissenschaften, www.ilw.agrl.ethz.ch)